Ich habe ja im letzten Post schon erwähnt, dass Vivi nun eine spezielle Diät machen muss. Für uns heißt das: 3-4 Wochen konsequent Fructose weglassen ... Aber ich fange mal von vorn an:
Vor ca. 1,5 Jahren fingen bei Vivien Bauchschmerzen an. Nach vielen Untersuchungen fand unser Kinderarzt heraus, dass sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Weizen, Soja und Apfel hat. Selbiges haben wir ein halbes Jahr konsequent gemieden. Mit dem Ergebnis, dass sich nach ca. 2 Monaten Spezialdiät die Bauchschmerzen wesentlich besserten. Zumindest waren sie nicht mehr krampfhaft und auch weniger häufig (vorher jeden Tag!). Aber sie waren noch da ... Daraufhin schickte der Kinderarzt uns ins Krankenhaus, weil seine Möglichkeiten erschöpft waren.
Im Krankenhaus wurde dann ein H2-Atemtest gemacht - und der war bei der Fructose auffällig. Vivien leidet also an einer Fructosemalabsorbtion oder auch Fructoseintoleranz. Das ist nichts lebensgefährliches und ähnlich zu betrachten wie eine Lactoseintoleranz. Wir müssen halt einfach aufpassen, was für bzw. wie viel Zucker Vivien verträgt.
Nun habe ich mich ein wenig in das Thema eingelesen und mich erschrocken, wie viele verschiedene Arten von Zucker es gibt. Vor allem: wo überall Zucker drin ist! Und das ist nicht unerheblich! Wahnsinn, wie viel Zucker wir inzwischen meist unwissend verdrücken. Da ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen 30 - 40 % der Menschheit unter einer Fructoseintoleranz - meist sogar unwissend - leiden. Wenn einer von euch sich wundert, warum er manchmal plötzlich Bauchschmerzen, Durchfall oder allgemein Beschwerden im Magen-Darm-Trakt hat, dann sollte er vielleicht mal an einen Fructosetest denken ...
Wichtig ist vor allem erstmal eine Karenz-Diät, in der Fructose konsequent weggelassen wird. Und da gehört auch der Haushaltszucker dazu. Leider fällt auch fast sämtliches Obst darunter. Lediglich Bananen, Rhabarber und Litschis darf man essen. Und später sollte man stark fructosehaltige Obstsorten mit Vorsicht genießen (Äpfel, Birnen, Weintrauben etc.). Auch beim Gemüse ist so einiges darunter, was wir momentan weglassen müssen: z.B. rote Paprika, Zwiebel, Erbsen etc.
Als Ersatz für gewöhnlichen Haushaltszucker dient Traubenzucker.
Eine hilfreiche Liste mit Informationen und auch Onlineshop fand ich bei Frusano. Aber auch vom Krankenhaus haben wir Informationen bekommen. Der Kindergarten macht das auch ganz toll mit: Ich bespreche mit der Küche, was Vivi darf und gebe gegebenfalls Sachen mit (z.B. Soßen oder Nachtisch). Viele tolle Rezepte habe ich in diesem Buch gefunden:
Toll ist auch die Auflistung, welche Gerichte während der Karenzzeit vertragen werden und welche für die Testphase danach geeignet sind:
Eine Woche haben wir nun schon fast rum. Und das hat Vivi gut geschafft! Nun müssen wir noch 2 Wochen schaffen und dann beginnt das Testen ...
Trösten tut uns, dass sich die Fructoseunverträglichkeit bei Vivi verwachsen kann und sie später als Erwachsene ganz normal essen und genießen kann. Aber ehrlich: Es ist doch viel besser, wenn man bewusster isst. ;-)
LG
Andrea
Puh,das ist ganz schön tricky!
AntwortenLöschenIch habe in der Stillzeit keine Milcheiweiße essen können,da habe ich ewig alle Inhaltstoffe gelesen beim Einkaufen.
Aber nach einiger Zeit hat man den Durchblick und ehrlich gesagt,ich habe noch nie so bewußt und gesund gegessen.
Sollte ich wohl mal wieder machen.
Die Milcheiweißunverträglichkeit hat sich bei meiner Kleinen übrigens ausgewachsen.
Das wünsche ich Euch auch und bis dahin gutes Durchhalten!
Liebe Grüße
Simone
Es ist wirklich beruhigend, dass sich das verwachsen kann. Schön, dass das bei euch so geklappt hat!
LöschenDas Lesen der Inhaltsstoffe ist wirklich nervig. Wobei ich es bei der ersten Diät (Soja, Weizen, Apfel) viel intensiver gemacht habe. Jetzt, bei Zucker, kann ich es mir meistens sparen zu lesen, weil sowieso meist Zucker drin ist. Süßigkeiten gehen ja momentan gar nicht und auch Diabetikerprodukte gehen meist nicht (weil dann oft Zuckeralkohole als Zuckerersatz drin ist - und den darf Vivi auch nicht) ... *seufz*
Danke für die guten Wünsche und liebe Grüße,
Andrea